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Tage des indigenen Films
Indigener Film - aktuelles Jahresfoto

02. bis 04. Dezember 2022

Editorial

Vom 2. bis 4. Dezember 2022 finden in Rostock bereits zum 10. Mal die Tage des indigenen Films statt.  Zwischen Freitag und Sonntag werden wir wieder eine Auswahl von acht Filmen und drei Workshops bzw. Vorträgen im li.wu (Lichtspieltheater Wundervoll) in der Frieda23 präsentieren.

Vom 2. bis 4. Dezember 2022 finden in Rostock bereits zum 10. Mal die Tage des indigenen Films statt.  Zwischen Freitag und Sonntag werden wir wieder eine Auswahl von acht Filmen und drei Workshops bzw. Vorträgen im li.wu (Lichtspieltheater Wundervoll) in der Frieda23 präsentieren.

Letztes Jahr waren die Filmtage von kurzfristigen Änderungen der Covid-Beschränkungen betroffen. Da die Vorträge und Workshops hybrid angeboten wurden, konnten jedoch auch Interessierte, die nicht zu uns ins Kino kommen konnten, digital daran teilnehmen. Mitschnitte der Vorträge über Indigene Sichtweisen in partizipativen Filmproduktionen von Mark Uriona, zu Artistic epistemologies from the aftermath of colonialism and the question of indigeneity in Southeast Asia von Rosalia Namsai Engchuan und Riar Rizaldi und zur kritischen Diskussion des Begriffs BIPoC von Kiến Nghi Ha sind weiterhin auf unserer Homepage verfügbar.

Auch wenn die Covid-Situation im Dezember nicht vorherzusehen ist, halten wir daran fest, ein Publikumsfestival zu sein, bei dem es zentral ist, sich über indigene Perspektiven im Kino und darüber hinaus auszutauschen und das Programm zu diskutieren.

Das Jahresthema 2022 lautet „Indigene und Urbanität“.

Gängigen stereotypen Vorstellungen zufolge leben Indigene „im Einklang mit der Natur“ in ihren „althergebrachten Gebieten“, auf dem Land oder in Reservaten. Indigene in der Stadt, ihre Herausforderung, dort ein kulturell selbstbestimmtes Leben zu führen und mit Diskriminierungen umzugehen, werden übersehen.

Sowohl selbstbestimmte als auch erzwungene Migration in Städte sind global gesehen ein sich beschleunigendes Phänomen. Zu den Gründen gehören Landraub und Vertreibung, die Verschlechterung der traditionellen Lebensgrundlagen und fehlende wirtschaftliche Alternativen, mangelhafte ländliche Infrastruktur und Auswirkungen des Klimawandels zusammen mit der Aussicht oder Hoffnung auf bessere Arbeitsbedingungen und Bildungschancen in den Städten.

Zudem waren Zwangsumsiedlungen Indigener ein Herrschaftsinstrument des Siedlerkolonialismus, um sich indigene Territorien anzueignen und indigene Gemeinschaften zu zerstören. Teilweise wurden Indigene aus ihren traditionellen Territorien herausgerissen, in der Vorstellung, dass sie sich als Minderheiten in der Stadt in die Mehrheitsgesellschaft assimilieren würden. Nicht zuletzt wurden Städte innerhalb indigener Territorien errichtet oder haben sich in diese ausgedehnt.

Die kulturelle Identität verliert aber für städtisch lebende Indigene keineswegs an Bedeutung. Die indigene Community in der Stadt spielt eine entscheidende Rolle,  Zugehörige mit dem Wesentlichen zu versorgen, Halt und Orientierung zu bieten und Benachteiligung in der Stadtgesellschaft zu begegnen.

Die Ungleichbehandlung von Indigenen beispielsweise auf dem Wohnungs- oder Arbeitsmarkt ist in Städten sehr sichtbar, da Arbeit und Infrastruktur zwar eher als auf dem Land vorhanden sind, für Indigene aber häufig schlechter zugänglich bleiben.

In Kanada lebt die Mehrheit der indigenen Bevölkerung in urbanen Gebieten. Dort betrifft Arbeitslosigkeit in der indigenen Bevölkerung doppelt so viele wie in der nicht-indigenen Bevölkerung. Sie sind häufiger Opfer von Gewalt, erhalten niedrigere Löhne und sind stärker gesundheitlich gefährdet.

Einem vom UN Permanent Forum on Indigenous Issues zitierten Artikel zufolge, zogen  viele Massai in die Hauptstadt Tansanias Dar es Salaam, weil sie ihre Lebensgrundlage auf dem Land verloren haben. 90% der männlichen Massai würden dort als Sicherheitsmänner arbeiten und könnten sich von 40 Dollar Monatslohn selbst das Leben in den Slums am Stadtrand kaum leisten.

Die Vorstellung, dass Indigene nicht in die Stadt gehören, ist ein Ausdruck von rassistischem Denken und hat schwerwiegende Konsequenzen, wie die Aufrechterhaltung struktureller Benachteiligung. „Indigene in Städten werden von der SESAI nicht als Indigene erfasst und gehen damit nicht in die Statistik der Sterberate von Indigenen ein”, führt Juliana Miyazaki von der Nichtregierungsorganisation GfbV aus. Laut dem Dachverband der Indigenen Organisationen Brasiliens sei die Sterberate unter Indigenen im Vergleich zur offiziellen Statistik doppelt so hoch. Ferner versage auch die Indigenen-Schutzbehörde FUNAI „staatliche Unterstützungen für Gesundheitsversorgung, Wohnraum oder Bildung […] wenn diese nicht auf offiziell anerkanntem indigenem Land erbracht werden. Städtische Indigene, aber auch Indigene, welche auf nicht anerkanntem Land leben, werden damit von ihren Rechten ausgeschlossen.”

Die Vorstellung, dass Indigene auf dem Land leben und zurück in ihre Territorien gehen sollten, ist angesichts der Bedingungen in Reservaten und fortgesetztem Landraub und Umweltzerstörung besonders zynisch.

Ein höherer Anteil indigener Stadtbevölkerung führt aber auch vielerorts zu einem höheren sozialen Status, wodurch eine indigene Mittelschicht wächst. Das höhere Einkommen, das in Städten erzielt werden kann, wird häufig eingesetzt, um indigene Communities im ländlichen Raum zu unterstützen. Der Marsch durch die Institutionen kann zu Veränderungen in Behörden und im Bildungssystem führen und dort für mehr Sichtbarkeit und Mitbestimmung sorgen.

In Städten gibt es zudem bessere Voraussetzungen, kollektiven Protest zu organisieren. Was in Städten passiert, erfährt mehr mediale Aufmerksamkeit. Hier leben viele Indigene auf engem Raum, häufig bereits in Netzwerken organisiert und in unmittelbarer Nähe zu den Institutionen politischer und wirtschaftlicher Macht.

2020 haben in Mexiko-Stadt Angehörige der Otomíe und Mazahua Gebäude des Nationalen Instituts für indigene Völker besetzt, um gegen schlechte Wohnbedingungen für Indigene in Mexikos Hauptstadt zu protestieren und erreicht, dass ihnen durch Enteignungen mehr Wohnraum zur Verfügung gestellt wird.

Angehörige der zweiten oder dritten Generation städtischer Indigener haben ihre kulturelle Identität im städtischen Kontext kennengelernt. Sie bringen sie in ihren urbanen Lebensalltag mit ein. Städte sind Orte der Wiederaneignung kultureller Traditionen und der Erschaffung neuer ethnischer Subkulturen. In der jüngeren Vergangenheit gewann in verschiedenen Gesellschaften Rap in indigenen Sprachen an Bedeutung.

Auch in vielen Vorführungen unserer Filmtage wird auf Städte Bezug genommen – auch in jenen Geschichten, die im ländlichen Raum spielen. In ihnen stellen die Städte oftmals Sehnsuchtsorte dar, in denen ein Leben unter besseren materiellen Bedingungen möglich zu sein scheint. Es wird erhofft, in der Anonymität der Stadt aus als einengend empfundenen lokalen Traditionen ausbrechen und sich der Kontrolle durch Familie oder Dorfgemeinschaft entziehen zu können. Gleichzeitig wird dadurch sichtbar, dass es auf dem Land und in den Dörfern häufig besser möglich ist, indigene Traditionen zu leben, indigene Machtstrukturen zu erhalten und indigene Kultur zu fördern und zu verteidigen. Auf lokaler Ebene mag es möglich sein, dass indigene Räte oder Dorfälteste Macht ausüben, während sie auf höherer administrativer Ebene nationaler Bürokratie und Kontrolle unterworfen sind, die in der Regel wenig Rücksicht auf indigene Strukturen nehmen.

Wir wollen dieses Jahr mit unserer Filmauswahl auf indigene Lebensrealitäten in der Stadt aufmerksam machen und uns mit den Auswirkungen das Stadtleben auf kulturelle Identitäten auseinandersetzen. Ein wiederkehrendes Thema ist die Wechselwirkung zwischen städtischer und ländlicher Kultur. Filme, die im ländlichen Raum spielen, reflektieren, wie Städte Bezugspunkte für Indigene im ländlichen Raum sind.

Im Anschluss an die Vorführungen gibt es die Möglichkeit, an einer moderierten Diskussion teilzunehmen und sich auszutauschen.

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The Indigenous Film Days will already take place for the 10th time from 2 to 4 December 2022 in Rostock. Between Friday and Sunday, we will present a selection of eight films and three workshops/lectures in the li.wu motion-picture theatre (Lichtspieltheater Wundervoll) in the FRIEDA 23 centre of arts and media.

The Indigenous Film Days will already take place for the 10th time from 2 to 4 December 2022 in Rostock. Between Friday and Sunday, we will present a selection of eight films and three workshops/lectures in the li.wu motion-picture theatre (Lichtspieltheater Wundervoll) in the FRIEDA 23 centre of arts and media.

Last year, the film days were affected by short-term changes to the Covid restrictions. Since the lectures and workshops were offered in hybrid form, however, interested parties who could not come to our cinema were able to participate digitally as well. Recordings of the lectures about Indigenous perspectives in participatory film productionsby Mark Uriona, about Artistic epistemologies from the aftermath of colonialism and the question of indigeneity in Southeast Asia by Rosalia Namsai Engchuan and Riar Rizaldi and on the Critical discussion of the BIPoC concept by Kiến Nghi Ha are still available on our website.

Even if it cannot be predicted how the Covid situation will be like in December, we remain committed to being an audience festival where it is central to exchange views on indigenous perspectives in the cinema and beyond and to discuss the programme.

The annual theme for 2022 is “Indigenes and Urbanity”.

According to popular stereotypes, indigenes live “in harmony with nature” in their “traditionally established areas”, in the countryside or in reservations. Indigenes in the city as well as their challenge of leading a culturally self-determined life and dealing with discrimination there are overlooked.

Globally speaking, both self-determined and forced migration to cities is an accelerating phenomenon. The reasons include landgrab and displacement, the deterioration of traditional livelihoods and the lack of economic alternatives, inadequate rural infrastructure and impacts of climate change along with the prospect or hope of better working conditions and educational opportunities in the cities.

Moreover, forced relocations of indigenes were an instrument of domination used during the settler colonialism to appropriate indigenous territories and to destroy indigenous communities. To some extent, indigenes were torn out from their traditional territories in the idea that they would assimilate into the majority society as minorities in the city. Last but not least, cities have been built within or expanded into indigenous territories.

However, the cultural identity is not receding in importance in any way for indigenes living in urbanised areas. The indigenous community in the city plays a crucial role in providing its members with the bare essentials as well as support and guidance and in countering any disadvantage in the city society.

Unequal treatment of indigenes, for example in the housing or labour market, is highly visible in cities since, although labour and infrastructure are more present than in the countryside, they often remain less accessible to indigenes.

In Canada, the majority of the indigenous population lives in urban areas. Unemployment in the indigenous population is twice as high there as in the non-indigenous population. They are more frequently victims of violence, earn lower wages and are more exposed to health hazards.

According to an article cited by the UN Permanent Forum on Indigenous Issues, many Maasais moved to Tanzania’s capital Dar es Salaam, because they lost their livelihood in the countryside. 90% of the male Maasai would work as security guards there, and out of a $40 monthly salary, they could barely even afford to live in the outskirts slums.

The notion that indigenes do not belong in the city is an expression of racist thinking and has serious consequences, such as maintaining structural disadvantage. “Indigenes in cities are not registered as indigenes by SESAI and thus not entered in the statistics of the death rate of indigenes,” says Juliana Miyazaki from the STP non-governmental organisation. According to the Brazilian Federation of Indigenous Organizations, the death rate among indigenes is twice as high as recorded in the official statistics. Furthermore, the FUNAI indigenous protection authority, too, fails to provide “state support for health care, housing or education […] if these are not provided on officially recognised indigenous land. Urban indigenes, but also indigenes living on non-recognised land, are thus excluded from their rights.”

The idea that indigenes should live in the countryside and go back into their territories is particularly cynical given the conditions in reserves and the continued landgrab and environmental degradation.

In many places, however, a higher proportion of the indigenous urban population is also leading to a higher social status, resulting in an increasing indigenous middle class. The higher income that can be generated in cities is often used to support indigenous communities in a rural area. The march through the institutions can lead to changes in authorities and in the education system and provide for greater visibility and more codetermination there.

In cities, there are also better conditions for organising collective protest. What happens in cities gets more media attention. Many indigenes here live in a tight space, often already organised in networks and in close proximity to the institutions of political and economic power.

In 2020, members of the Otomíe and Mazahua occupied buildings of the National Institute for Indigenous Peoples in Mexico City to protest against poor housing conditions for indigenes in Mexico’s capital and achieved to be provided with more housing space by expropriations.

Members of the second or third generation of urban indigenes have learned about their cultural identity in the urban context. They also bring them into their everyday urban lives. Cities are places for the reappropriation of cultural traditions and the creation of new ethnic subcultures. In the recent past, rap in indigenous languages has become increasingly important in various societies.

Reference is made to cities in many screenings of our film days as well, even in those stories that play in a rural area. In these, cities often represent places of longing in which a life under better material conditions seems to be possible. It is hoped that the anonymity of the city will allow to break out of local traditions perceived as constricting and to escape the control exercised by the family or village community. At the same time, it becomes visible that it is often better possible in the countryside and villages to live indigenous traditions, to preserve indigenous power structures and to promote and defend indigenous culture. At local level, indigenous councils or village elders may exercise power, while at higher administrative level, they are subject to national bureaucracy and control, which usually have little regard for indigenous structures.

This year’s aim of our selection of films is to draw attention to indigenous life realities in the city and to deal with the effects of city life on cultural identities. A recurring theme is the interaction between urban and rural culture. Films playing in a rural area reflect how cities serve as reference points for indigenes in a rural area.

Following the screenings, it will be possible to participate in a moderated discussion and to exchange views.

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Del 2 al 4 de diciembre de 2022, se celebrará en Rostock la que es ya la 10ª edición de las Jornadas del Cine Indígena.  Entre el viernes y el domingo presentaremos una selección de ocho películas y tres talleres o conferencias en el li.wu (Lichtspieltheater Wundervoll) del Frieda23.

Del 2 al 4 de diciembre de 2022, se celebrará en Rostock la que es ya la 10ª edición de las Jornadas del Cine Indígena.  Entre el viernes y el domingo presentaremos una selección de ocho películas y tres talleres o conferencias en el li.wu (Lichtspieltheater Wundervoll) del Frieda23.

El año pasado, estas jornadas cinematográficas se vieron afectadas por cambios a corto plazo en las restricciones anticovid. No obstante, puesto que las conferencias y talleres se ofrecieron de forma híbrida, también pudieron participar en ellos digitalmente las personas interesadas que no podían venir al cine. En nuestro sitio web pueden encontrarse aún fragmentos de las conferencias de Perspectivas indígenas en las producciones cinematográficas participativas de Mark Uriona, de Artistic epistemologies from the aftermath of colonialism and the question of indigeneity in Southeast Asia de Rosalia Namsai Engchuan y Riar Rizaldi y de Discusión crítica del término BIPoC de Kiến Nghi Ha.

Si bien no puede preverse la situación de la COVID en diciembre, seguimos siendo un festival con público en el que un aspecto fundamental es intercambiar opiniones sobre las perspectivas indígenas en el cine y más allá y debatir el programa.

El tema del año 2022 es «Indígenas y urbanización». 

Si hacemos caso a los estereotipos convencionales, los indígenas viven «en armonía con la naturaleza» en sus «territorios ancestrales», en el campo o en reservas. Se pasa por alto a los indígenas de la ciudad y su reto de llevar una vida culturalmente autónoma y de enfrentarse a la discriminación en ella.

Desde el punto de vista global, tanto las migraciones voluntarias como forzosas a las ciudades son fenómenos que se están acelerando. Algunos de los motivos son la apropiación de tierras y la expulsión, el empeoramiento de los medios de vida tradicionales y la falta de alternativas económicas, los defectos de las infraestructuras rurales y las consecuencias del cambio climático, junto con las perspectivas o esperanzas de unas mejores condiciones laborales y oportunidades de formación en las ciudades.

Además, el desplazamiento forzoso de indígenas fue un instrumento de dominación del colonialismo para que los colonos se apropiaran de territorios indígenas y destruyeran las comunidades indígenas. En parte se expulsó a los indígenas de sus territorios tradicionales con la idea de que se asimilaran como minorías urbanas en la sociedad mayoritaria. Por último, pero no menos importante, es posible que las ciudades se construyeran dentro de los territorios indígenas o bien se expandieran a estos.

No obstante, la identidad cultural no está perdiendo importancia de ningún modo para los indígenas que viven en ciudades. La comunidad indígena de la ciudad desempeña un papel decisivo a la hora de proporcionar lo esencial a sus miembros, ofrecer apoyo y orientación y combatir la discriminación en la sociedad urbana.

El trato desigual a los indígenas, por ejemplo, en el mercado laboral o de las viviendas, resulta muy visible en las ciudades, ya que el trabajo y la infraestructura están más presentes que en el campo, si bien con frecuencia siguen siendo menos accesibles para los indígenas.

En Canadá, la mayoría de la población indígena vive en áreas urbanas. En ellas, el desempleo entre la población indígena es del doble que entre la población no indígena. A menudo sufren violencia, perciben salarios más bajos y presentan mayores riesgos de daños en su salud.

Según un artículo citado por el Foro Permanente sobre Asuntos Indígenas de la ONU, muchos masái se trasladaron a la capital de Tanzania, Dar es Salaam, por haber perdido sus medios de vida en el campo. Allí, el 90% de los hombres masái trabajaría como personal de seguridad y apenas podría permitirse vivir siquiera en los suburbios marginales, con un sueldo de 40 dólares al mes.

La idea de que la ciudad no es lugar para los indígenas es una expresión racista y tiene consecuencias graves, como la perpetuación de la discriminación estructural. «Los indígenas urbanos no están catalogados como indígenas por el SESAI y, por tanto, no se incluyen en las estadísticas de las tasas de mortalidad de los indígenas», explica Juliana Miyazaki, de la organización no gubernamental GfbV. Según la Confederación de Organizaciones Indígenas de Brasil, la tasa de mortalidad entre indígenas sería del doble en comparación con las estadísticas oficiales. Además, el FUNAI, el organismo de protección de los indígenas, también negaría «el apoyo estatal a la atención sanitaria, la vivienda o la educación […] si no se presta en un territorio reconocido oficialmente como indígena. De este modo, los indígenas urbanos, y también los indígenas que viven en tierras no reconocidas, quedan excluidos de sus derechos». 

La idea de que los indígenas deben vivir en el campo y volver a sus territorios es especialmente cínica teniendo en cuenta las condiciones de las reservas y la continuación de la apropiación de tierras y la degradación del medio ambiente.

Una mayor proporción de la población urbana indígena, no obstante, adquiere en muchos lugares un estatus social más alto, por lo que crece una clase media indígena. Los mayores ingresos que se pueden obtener en las ciudades a menudo se emplean para apoyar a las comunidades indígenas en las zonas rurales. La marcha a través de las instituciones puede dar lugar a cambios en las autoridades y en el sistema educativo y a generar una mayor visibilidad y participación en ellos.  

En las ciudades, además, hay mejores condiciones para organizar protestas colectivas. Lo que pasa en las ciudades obtiene un mayor eco en los medios. En ellas, muchos indígenas viven en espacios reducidos, a menudo ya organizados en redes y muy cerca de las instituciones del poder político y económico.

En 2020, miembros de los pueblos otomí y mazahua ocuparon el edificio del Instituto Nacional de Pueblos Indígenas de la Ciudad de México para protestar por las malas condiciones de vivienda de los indígenas en la capital mexicana y lograron que se les proporcionara un mayor espacio de vivienda mediante expropiaciones.

Los miembros de la segunda o tercera generación de indígenas en las ciudades han conocido su identidad cultural en el contexto urbano. La integran en su día a día en la ciudad. Las ciudades son lugares para la reapropiación de las tradiciones culturales y la creación de nuevas subculturas étnicas. En el pasado reciente, el rap en lenguas indígenas adquirió importancia en diferentes sociedades. 

También en muchas de las proyecciones de nuestras jornadas cinematográficas se hace referencia a las ciudades, incluso en las historias ambientadas en el entorno rural. En ellas, a menudo las ciudades son lugares idealizados en los que parece posible vivir con mejores condiciones materiales. En el anonimato de la ciudad, se espera romper las tradiciones locales percibidas como opresivas y poder escapar del control de la familia o de la comunidad rural. Al mismo tiempo, queda claro que, con frecuencia, en el campo y en los pueblos es más fácil vivir las tradiciones indígenas, mantener las estructuras de poder indígenas y promover y defender la cultura indígena. A nivel local, puede que sea posible que los consejos indígenas o los ancianos de las aldeas ejerzan el poder, mientras que, a un nivel administrativo superior, están sujetos a la burocracia y el control nacionales, que normalmente tienen muy poco en cuenta las estructuras indígenas.

Con nuestra selección de películas, este año queremos destacar las realidades de la vida indígena en la ciudad y realizar una confrontación con las consecuencias de la vida urbana en las identidades culturales. Un tema recurrente es la interacción entre la cultura urbana y la rural. Las películas ambientadas en el medio rural reflejan cómo las ciudades son puntos de referencia para los indígenas en este.  

Tras las presentaciones, se tendrá la posibilidad de participar en un debate moderado e intercambiar opiniones.

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