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Tage des indigenen Films
Indigener Film - aktuelles Jahresfoto

3.-6.12.2026

Editorial

Die 14. Ausgabe der Tage des Indigenen Films findet vom 3. bis 6. Dezember 2026 in der FRIEDA23 in Rostock statt.

Die Filme zeigen wir wie gewohnt im li.wu., dem Lichtspieltheater Wundervoll. Die Vorträge und Workshops werden erstmals gleich neben dem Kinosaal im FRIEDA-Studio gehalten.

Das Jahresthema 2026 lautet „Erinnerung und Zukunft – Indigene Utopien und Zukunftsentwürfe„.

Wie lässt sich selbstbestimmt in die Zukunft blicken, wenn die eigene Geschichte und Gegenwart von Vertreibung, Kolonialisierung und Gewalt geprägt ist? Wie werden kollektive Erfahrungen zur Grundlage, aus der heraus Zukunft gestaltet wird?

Wir rücken Perspektiven in den Mittelpunkt, in denen Erinnerung und Zukunft nicht als Gegensätze, sondern als wechselseitig bedingte Dimensionen verstanden werden. Erinnerung verstehen wir dabei als politische und kulturelle Praxis, die Wege in die Zukunft sichtbar macht. Indigene Filmschaffende, Künstler*innen und Aktivist*innen entwerfen Zukunftsvisionen jenseits vom Fortschrittsdenken einer westlichen Moderne, der Ausbeutung natürlicher Ressourcen und der Vereinheitlichung von Lebensweisen. Diese Visionen wurzeln in Erinnerungspraktiken: in kulturell tradiertem Wissen, in Sprache, im Rückbezug auf die Gemeinschaft oder das Land.

Den Auftakt bildet am Donnerstag, den 3.12. um 18 Uhr die Eröffnung unserer diesjährigen Ausstellung „ImillaSkate aus Bolivien – Kulturerbe in Bewegung“. Wir zeigen die Arbeit einer 2019 in Cochabamba gegründeten Initiative junger Frauen. Sie eignen sich zum Skaten einen traditionellen Kleidungsstil an, der einst als Instrument der Unterordnung diente, und machen ihn zu einem Symbol Indigenen Stolzes und Indigener Emanzipation. Die Ausstellung ist während des gesamten Festivalzeitraums geöffnet.

Im Anschluss an die Vernissage zeigen wir unseren diesjährigen Eröffnungsfilm ELEPHANTS & SQUIRRELS.

Von Freitag bis Sonntag beginnt jeder Festivaltag mit einem Vortrag oder Workshop. Der Besuch der Ausstellung sowie die Teilnahme an den Vorträgen und Workshops sind kostenfrei. Interessierte, die nicht vor Ort dabei sein können, haben die Möglichkeit, über einen Link auf unserer Homepage digital an den Vorträgen teilzunehmen.

Die Tage des Indigenen Films bringen jedes Jahr Dokumentar- und Spielfilme von Indigenen Filmschaffenden über Lebensrealitäten in Indigenen Gesellschaften ins Rostocker Kino. So möchten wir Indigenen Perspektiven, die im deutschen Kinokontext weiterhin unterrepräsentiert sind, mehr Sichtbarkeit verleihen und dem Publikum die Möglichkeit zur Auseinandersetzung mit ihnen geben. Zudem stellen Referierende aus Wissenschaft, Aktivismus und Bildungsarbeit in Vorträgen und Workshops ihre Arbeit vor und treten mit dem Publikum in den Austausch über die Themen des Festivals.

Wenn wir von Indigenen Gesellschaften sprechen, meinen wir Gemeinschaften mit einer eigenen ethnischen oder kulturellen Identität, die sich häufig als eigene Gesellschaft verstehen und sich oftmals einem bestimmten Territorium zugehörig fühlen. Im Zuge des Kolonialismus wurden sie vielfach gewaltsam vertrieben und unterdrückt, ihre kulturellen Praktiken stark eingeschränkt. Gegenüber der jeweiligen Mehrheitsgesellschaft sind Indigene bis heute in der Regel politisch oder kulturell marginalisiert. Eine enge Definition steht für uns dabei nicht im Vordergrund. Wir richten den Blick ebenso auf andere Gemeinschaften und Gesellschaften, die vom Kolonialismus negativ betroffen sind, und vor allem auf die Vielfalt ihrer Lebensrealitäten. Darüber hinaus thematisiert das Programm auch weitere globale Verflechtungen und Folgen des Kolonialismus.

Das Filmprogramm umfasst acht Langfilme und einen Kurzfilmblock. Alle Filme werden durch eine inhaltliche Einführung und eine moderierte Diskussion begleitet.

Für einzelne Filmvorstellungen gelten die Preise des li.wu.: 9,00 € regulär, 7,00 € ermäßigt und 6,00 € für Personen unter 23 Jahren. Ein Festivalticket für 25,00 €, das Zugang zu allen Filmvorführungen bietet, ist im Kino erhältlich. Mehr Infos zu Preisen, Anfahrt und dem Kino in der FRIEDA23 findet ihr auf der Seite des li.wu. Der Zugang zum Kino ist barrierearm, ohne Stufen.

Aktuelle Informationen sind auf dieser Website sowie auf Instagram (@indigenerfilm) und Facebook zu finden. Für Fragen und Anmerkungen erreicht ihr uns unter indigenerfilm@soziale-bildung.de.

 

Wie eng Erinnerung und Zukunft für Indigene Gesellschaften zusammenhängen, lässt sich gegenwärtig in Parlamenten, Gerichtssälen und internationalen Konferenzen beobachten.

In Brasilien wird seit Jahren um die sogenannte Stichtagsregelung gestritten. Der Marco Temporal würde Indigenen Gemeinschaften nur dann Anspruch auf ein Territorium zugestehen, wenn sie nachweisen können, dass sie am 5. Oktober 1988 – dem Tag des Inkrafttretens der Verfassung – bereits dort gelebt haben. Wer zuvor vertrieben wurde, verlöre damit seinen Anspruch. Im Dezember 2025 erklärte der Oberste Gerichtshof die Regelung zum zweiten Mal für verfassungswidrig. Gleichzeitig hielt er jedoch den größten Teil des zugrundeliegenden Gesetzes in Kraft, das eine Reihe neuer Hürden schafft und Demarkierungsverfahren praktisch unmöglich machen kann. Beim Acampamento Terra Livre 2026, der größten Indigenen Mobilisierung des Landes, formulierten die Verbände, die Stichtagsregelung würde 500 Jahre Kolonialismus und Landraub nachträglich legitimieren und deren Rechtsfolgen legalisieren. Der Streit um die Vergangenheit entscheidet in diesem Fall darüber, welche Ansprüche Indigene Gesellschaften in Zukunft überhaupt noch erheben können.

Um Zukunft im globalen Maßstab wurde im vergangenen Jahr ebenfalls in Brasilien verhandelt. Parallel zur letzten Ausgabe unseres Festivals fand 2025 die UN-Klimakonferenz COP 30 in Belém statt. Die Bilanz fällt gemischt aus. Einerseits war sie Plattform für die Sichtbarkeit Indigener Stimmen in der Weltöffentlichkeit wie vielleicht keine andere Veranstaltung. Der sogenannte Indigenous Caucus erarbeitete gemeinsame Positions- und Forderungspapiere und rang unermüdlich um deren Berücksichtigung, doch die verhandlungsführenden Nationalstaaten ließen weiterhin wenig Spielraum für Indigene Forderungen. Die während der Konferenz verkündete Demarkierung von 14 Indigenen Territorien in Brasilien wurde als wichtiger Schritt gewertet, wobei noch hunderte Indigene Gebiete auf ihre offizielle Anerkennung warten. Über 150 zivilgesellschaftliche und Indigene Gruppen kritisierten zudem den neuen Regenwaldfonds TFFF. Sie bemängeln, dass die Gelder über Marktmechanismen verteilt werden und nur eine Mindestquote von 20 Prozent für Indigene Gemeinschaften vorgesehen ist. Die Hauptverursacher für die Entwaldung bleiben durch den Mechanismus unbehelligt. Die COP 31 findet im November 2026 in Antalya statt. Auch im Gastgeberland gibt es Konflikte darum, welches kulturelle Erbe eine Zukunft hat: Im mehrheitlich kurdisch geprägten Südosten der Türkei wurde 2020 die jahrtausendealte Siedlung Hasankeyf trotz langjährigen Widerstands ihrer Bewohner*innen im Stausee des Ilısu-Damms geflutet.

In der Anpassung an eine unsichere Zukunft können Archive eine wichtige Rolle einnehmen, um Erinnerungen zu bewahren. Der pazifische Inselstaat Tuvalu digitalisiert im Rahmen seines Future-Now-Projekts Kulturgüter und Praktiken in einer Digital Ark, erstellt einen digitalen Zwilling des Staatsgebiets und verlagert sämtliche Regierungsdienste ins Digitale, damit der Staat auch dann handlungsfähig bliebe, wenn die Bevölkerung das Land klimabedingt verlassen müsste. 2025 wurde erstmals ein eigens für Klimamigration geschaffenes Visum vergeben, mit dem jährlich zumindest 280 Menschen dauerhaft nach Australien übersiedeln können – binnen weniger Tage bewarb sich mehr als ein Drittel der rund 11.500 Bewohner*innen des Landes. In der internationalen Berichterstattung wird das Archivprojekt überwiegend als Hilferuf und als Rückzug ins Virtuelle gedeutet, von den Beteiligten selbst hingegen als eines von mehreren Instrumenten einer aktiven Anpassungspolitik beschrieben – als aktive Gestaltung der Zukunft.

In Australien, dem Ziel dieser Visa, steht unterdessen zur Debatte, wie verbindlich der Umgang mit der eigenen Kolonialgeschichte ist. Die Yoorrook Justice Commission, die erste formelle Wahrheitskommission des Landes, legte 2025 ihre Abschlussberichte vor und benannte darin die gewaltvolle Kolonisierung einschließlich Akten des Genozids sowie die nie abgetretene Souveränität der First Nations. Darauf aufbauend verabschiedete das Parlament von Victoria im Oktober 2025 ein Gesetz, in dem die Regierung die historische Schuld anerkennt und die Indigene Mitbestimmung erheblich gestärkt wird. Als gewählte Stimme der First Nations wurde die bestehende First Peoples‘ Assembly dauerhaft im Gesetz verankert. Doch das Projekt bleibt politisch umkämpft: Die Opposition hat bereits angekündigt, das gesamte Vertragsgesetz im Falle eines Wahlsieges bei den Parlamentswahlen Ende November, wenige Tage vor unserem Festivalauftakt, sofort wieder aufzuheben. Erinnerungsarbeit muss immer wieder neu verteidigt werden.

Unser Programm nähert sich diesen Fragen von verschiedenen Seiten. Lucrecia Martels Dokumentarfilm NUESTRA TIERRA rekonstruiert den Mord an dem Chuschagasta-Anführer Javier Chocobar, der 2009 in der argentinischen Provinz Tucumán bei einer versuchten Vertreibung erschossen wurde, und macht den Prozess von 2018 zum Ausgangspunkt für eine weit zurückreichende Geschichte der Enteignung.

Damien Hausers MEMORY OF PRINCESS MUMBI spielt im Jahr 2093, in einer Nachkriegsgesellschaft, in der alte Königreiche wiederbelebt wurden. Der Film verhandelt, welche Rolle Technologien dabei spielen, Bilder des globalen Südens und seiner Zukunftsvisionen hervorzubringen und wer über sie verfügt.

Der Kurzfilmblock versammelt vier aktuelle Arbeiten aus Lateinamerika. In JÜLAPÜIN YONNA der Wayuu-Filmemacherin Luzbeidy Monterrosa Atencio nutzt eine junge Wayuu, deren Name „Zeit“ bedeutet, den Tanz Yonna als Sprache, mit der sie Trauer und Widerstand angesichts extraktivistischer Gewalt ausdrückt. In FLORESTA DO FIM DO MUNDO von Denilson Baniwa und Felipe Bragança arbeitet Suely in einer Recyclingfabrik in einer brasilianischen Großstadt und träumt von einem Wald, der zu ihr spricht. Die Doku-Fiktion verbindet die Abwanderung Indigener Gemeinschaften in die Städte mit einem Zukunftsentwurf, der aus der Kosmologie der Baniwa entwickelt ist. Die experimentellen Arbeiten TRIZAS von Luciana Decker Orozco und NIDO DE COCODRILO von Jazmin Rojas Forero schaffen dagegen eine Verbindung zu europäischen Orten des Sammelns und Ausstellens. TRIZAS, zu Deutsch “Scherben”, nähert sich bolivianischen Objekten in Londoner Museumssammlungen mit extremen Nahaufnahmen und Unschärfen und findet so eine Form für eine Überlieferung, die von Brüchen und Lücken geprägt ist. NIDO DE COCODRILO lässt im Tropenhaus des Düsseldorfer Zoos die Krokodile auf ihre Besucher*innen zurückblicken und kehrt damit die Blickordnung einer Institution um, die in ihrer kolonialen Geschichte auch Menschen zur Schau stellte. Beide Filme fragen, wem das Recht zukommt, Geschichten und Objekte zu bewahren und mit Bedeutung zu versehen.

Auch die Vorträge und Workshops nehmen das Jahresthema auf. Kervin Saint Pere Huarcaya untersucht anhand von Aufnahmen des peruanischen Fotografen Martín Chambi, wie sich in einem Bild Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verdichten können, und liest sie als Ausdruck andiner Utopien. Die Psychotherapeutin Lucía Muriel blickt in ihrem Workshop aus dekolonialer Perspektive auf die Folgen der Erderwärmung und rückt anhand der Biografien von Klimaaktivist*innen aus dem Globalen Süden das Thema Resilienz in den Mittelpunkt. Nadine Golly lädt in einem interaktiven Vortrag zu einer Reise durch afrofuturistische Filmwelten ein, in denen Erinnerung und Diaspora neue Zukunftsbilder hervorbringen.

Mit Soziale Bildung e.V. haben die Tage des Indigenen Films einen neuen Träger gefunden, der seit vielen Jahren politische Bildungsarbeit in Rostock entwickelt und umsetzt. Diese Zusammenarbeit ermöglicht das Fortbestehen des Festivals. Dafür möchten wir uns an dieser Stelle herzlich bedanken!

Wir laden alle Interessierten ein, im Rahmen der 14. Tage des Indigenen Films mit uns und miteinander ins Gespräch zu kommen.

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The 14th edition of the Indigenous Film Days will take place from 3 to 6 December 2026 at FRIEDA23 in Rostock.

As usual, we will be screening the films at li.wu., the Lichtspieltheater Wundervoll. For the first time, the talks and workshops will be held right next to the cinema auditorium in the FRIEDA Studio.

The theme for 2026 is ‘Memory and Future – Indigenous Utopias and Visions for the Future’.

How can one look to the future in a self-determined way when one’s own history and present are shaped by displacement, colonisation and violence? How do collective experiences become the foundation upon which the future is shaped?

We focus on perspectives in which memory and the future are understood not as opposites, but as interdependent dimensions. We view memory as a political and cultural practice that reveals paths to the future. Indigenous filmmakers, artists and activists are devising visions of the future that go beyond the progressive thinking of Western modernity, the exploitation of natural resources and the standardisation of ways of life. These visions are rooted in practices of remembrance: in culturally transmitted knowledge, in language, and in a connection to the community or the land.

The programme kicks off on Thursday 3 December at 6 pm with the opening of this year’s exhibition ‘ImillaSkate from Bolivia – Cultural Heritage in Motion’. We are showcasing the work of an initiative by young women founded in Cochabamba in 2019. They have adapted a traditional style of dress – which once served as an instrument of subordination – for skateboarding, transforming it into a symbol of Indigenous pride and emancipation. Members of the initiative are invited to a discussion at the opening. The exhibition will remain open throughout the festival.

Following the opening, we will screen this year’s opening film ELEPHANTS & SQUIRRELS.

From Friday to Sunday, each day of the festival begins with a lecture or workshop. Admission to the exhibition and participation in the lectures and workshops are free of charge. Those who are unable to attend in person can take part in the lectures online via a link on our website.

Every year, the Days of Indigenous Film bring documentaries and feature films by Indigenous filmmakers, exploring the realities of life in Indigenous societies, to the Rostock cinema. In this way, we aim to increase the visibility of Indigenous perspectives – which remain under-represented in the German cinema context – and give the audience the opportunity to engage with them. In addition, speakers from the fields of academia, activism and educational work present their work in lectures and workshops and engage with the audience in discussions on the festival’s themes.

When we speak of Indigenous societies, we mean communities with their own ethnic or cultural identity, which often regard themselves as distinct societies and commonly identify with a specific territory. In the course of colonialism, they were in numerous instances forcibly displaced and oppressed, and their cultural practices were severely restrained. To this day, Indigenous peoples are still generally politically or culturally marginalised in relation to the respective dominant/majority society. We do not focus on a narrow definition here. We also turn our attention to other communities and societies that have been negatively affected by colonialism, and particularly to the diversity of their lived realities. Furthermore, the festival programme also addresses other global interconnections and consequences of colonialism.

The screening programme comprises eight feature-length films and a block of short films. All films are accompanied by an introduction to the content and a moderated discussion.

For individual screenings, the li.wu. prices apply: €9.00 standard, €7.00 concessions and €6.00 for those under 23. A festival ticket for €25.00, which grants access to all screenings, will be available at the cinema. Further information on prices, how to get there and the cinema at FRIEDA23 can be found on the li.wu. website. The cinema is accessible without steps.

Up-to-date information can be found here as well as on Instagram (@indigenerfilm) and Facebook. If you have any questions or comments, please contact us at indigenerfilm@soziale-bildung.de.

The close link between memory and the future for Indigenous societies can currently be observed in parliaments, courtrooms and at international conferences.

In Brazil, there has been a long-running dispute over the so-called ‘cut-off date’ provision. The Marco Temporal would only grant Indigenous communities a claim to a territory if they can prove that they were already living there on 5 October 1988 – the day the Constitution came into force. Anyone who had been displaced prior to that date would thus lose their claim. In December 2025, the Supreme Court declared the rule unconstitutional for the second time. At the same time, however, it upheld the bulk of the underlying law, which creates a series of new hurdles and can make demarcation procedures practically impossible. At the Acampamento Terra Livre 2026 – the country’s largest Indigenous mobilisation – the organisations argued that the cut-off date rule would retroactively legitimise 500 years of colonialism and land grabbing and legalise their legal consequences. In this case, the dispute over the past determines which claims Indigenous communities will even be able to make in the future.

Last year, discussions on the future on a global scale also took place in Brazil. Running alongside the last edition of our festival, the UN Climate Change Conference COP 30 was held in Belém in 2025. The results were mixed. On the one hand, it served as a platform for raising the profile of Indigenous voices on the world stage like perhaps no other event. The so-called Indigenous Caucus drew up joint position papers and lists of demands and fought tirelessly to ensure they were taken into account, yet the nation states leading the negotiations continued to leave little room for Indigenous demands. The demarcation of 14 Indigenous territories in Brazil, announced during the conference, was seen as an important step, although hundreds of Indigenous territories are still awaiting official recognition. Over 150 civil society and Indigenous groups also criticised the new Tropical Forest Fund (TFFF). They object to the fact that the funds are distributed via market mechanisms and that only a minimum quota of 20 per cent is allocated to Indigenous communities. The main drivers of deforestation remain unchallenged by this mechanism. COP 31 will take place in Antalya in November 2026. Even in the host country, there are conflicts over which cultural heritage has a future: in the predominantly Kurdish south-east of Turkey, the millennia-old settlement of Hasankeyf was flooded in 2020 by the reservoir of the Ilısu Dam, despite years of resistance from its inhabitants.

As we adapt to an uncertain future, archives can play a vital role in preserving memories. As part of its ‘Future Now’ project, the Pacific island nation of Tuvalu is digitising cultural heritage and practices in a ‘Digital Ark’, creating a digital twin of its territory and moving all government services online, so that the state can continue to function even if the population is forced to leave the country due to climate change. In 2025, a visa created specifically for climate migration was issued for the first time, allowing at least 280 people per year to settle permanently in Australia – within a few days, more than a third of the country’s approximately 11,500 inhabitants had applied. In international media coverage, the archive project is predominantly interpreted as a cry for help and a retreat into the virtual world; by those involved, however, it is described as one of several instruments of an active adaptation policy – as the active shaping of the future.

In Australia, the destination for these visas, there is meanwhile a debate over how binding the country’s engagement with its own colonial history should be. The Yoorrook Justice Commission, the country’s first formal truth commission, presented its final reports in 2025, in which it identified the violent colonisation – including acts of genocide – and the sovereignty of the First Nations, which has never been relinquished. Building on this, the Victoria Parliament passed a law in October 2025 in which the government acknowledges its historical debt and significantly strengthens Indigenous participation. As the elected voice of the First Nations, the existing First Peoples’ Assembly was permanently enshrined in law. Yet the project remains politically contested: the opposition has already announced that, should it win the parliamentary elections at the end of November – just a few days before our festival begins – it will immediately repeal the entire treaty law. The work of remembrance must be defended time and again.

Our programme approaches these questions from various angles. Lucrecia Martel’s documentary NUESTRA TIERRA reconstructs the murder of Chuschagasta leader Javier Chocobar, who was shot dead in 2009 in the Argentine province of Tucumán during an attempted eviction, and uses the 2018 trial as a starting point for a history of dispossession stretching far back in time.

Damien Hauser’s MEMORY OF PRINCESS MUMBI is set in the year 2093, in a post-war society in which ancient kingdoms have been revived. The film explores the role that technologies play in producing images of the Global South and its visions of the future, and who controls them.

This short film programme brings together four recent works from Latin America. In JÜLAPÜIN YONNA by Wayuu filmmaker Luzbeidy Monterrosa Atencio, a young Wayuu woman – whose name means ‘time’ – uses the Yonna dance as a language through which she expresses grief and resistance in the face of extractivist violence. In FLORESTA DO FIM DO MUNDO by Denilson Baniwa and Felipe Bragança, Suely works in a recycling plant in a major Brazilian city and dreams of a forest that speaks to her. This docu-fiction links the migration of Indigenous communities to the cities with a vision of the future derived from Baniwa cosmology. The experimental works TRIZAS by Luciana Decker Orozco and NIDO DE COCODRILO by Jazmin Rojas Forero, by contrast, establish a connection to European sites of collecting and exhibiting. TRIZAS, meaning ‘shards’ in English, approaches Bolivian objects in London museum collections through extreme close-ups and blurring, thereby finding a form for a tradition characterised by ruptures and gaps. In the Tropical House at Düsseldorf Zoo, NIDO DE COCODRILO has the crocodiles looking back at their visitors, thereby reversing the visual hierarchy of an institution which, in its colonial history, also put people on display. Both films ask who has the right to preserve stories and objects and to imbue them with meaning.

The lectures and workshops also take up this year’s theme. Drawing on photographs by the Peruvian photographer Martín Chambi, Kervin Saint Pere Huarcaya explores how the past, present and future can be condensed into a single image, interpreting them as an expression of Andean utopias. In her workshop, psychotherapist Lucía Muriel examines the consequences of global warming from a decolonial perspective and, drawing on the biographies of climate activists from the Global South, places the theme of resilience at the centre of her discussion. In an interactive talk, Nadine Golly invites the audience on a journey through Afrofuturist cinematic worlds, in which memory and the diaspora give rise to new visions of the future.

In Soziale Bildung e.V., the Days of Indigenous Film have found a new supporting organisation that has been developing and implementing political education work in Rostock for many years. This collaboration ensures the festival’s continued existence. We would like to take this opportunity to express our sincere gratitude!

We invite all those interested to join us and engage in dialogue with one another as part of the 14th Days of Indigenous Film.

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La 14.ª edición de los Días del Cine Indígena se llevará a cabo este año del 3 al 6 de diciembre de 2026, como siempre en li.wu. (Lichtspieltheater Wundervoll) en Frieda23, Rostock.

¡Próximamente publicaremos más información aquí!

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